Die Vereinschronik
am 21.4. des Jahres jährte sich der Gründungstag des Reiterkreises Bad Nauheim e.V. zum fünfzigsten Mal. Die Eintragung beim Amtsgericht Bad Nauheim unter der Vereins - Nr. 76 erfolgte am 2.6.1959.
Seine Anfänge hatte der Verein in Friedberg. In einer alten Turnhalle neben dem Kreiskrankenhaus hatte sich 1957 Jürgen Naeve, ein Reitlehrer aus Schleswig-Holstein mit einigen Pferden niedergelassen. Bald fanden sich dort zahlreiche Pferdefreunde vom damals schon bestehenden Wetterauer Reiterverein, aber auch nicht organisierte Reiter aus dem Umkreis ein und es begann ein reger Reitbetrieb Als das Gelände wegen eines Erweiterungsbaus für das Krankenhaus geräumt werden musste, wurde den Reitern vom Staatsbad Bad Nauheim das an den Salinen gelegene Hofgut Luisa (Zanderstraße) angeboten, wohin Jürgen Naeve 1958 umzog. Da im Kreis der Reiter der Wunsch bestand, neben der Freizeitreiterei auch Turniere zu veranstalten, wurde 1959 der Reiterkreis gegründet. Gründungsmitglieder waren unter anderen: Dr. Günther Kampmann und Frau, Dr. Hamann, Dr. Ulrich Welp, Prof. v. Bormann, Werner Dünnebeil, Fred Blume sowie Elisabeth Rahn und Magda Bausch. Erster Vorsitzender des neu gegründeten Vereins wurde Herr Dr. Kampmann, 2. Vorsitzender Herr Dr. Hamann, Schriftführerin Frau Inge Albers, Kassenwartin Frau Freya Schulze und Sportwartin Frau Magda Bausch. Regelmäßig wurde im Hotel Malepartus (Ecke Stresemann/ Alicestraße, gegenüber der Volksbank)ein Stammtisch abgehalten.
Bereits im Jahr 1960 fand auf dem Gelände des Hofgutes der erste Reitertag statt. Ebenso die erste Fuchsjagd. Im Jahr 1962 wurde ein großes Turnier veranstaltet, bei dem ein Mächtigkeitsspringen unter Flutlicht der Höhepunkt war. Als Schaunummer ritt Liselott Linsenhoff. Außerdem wurde die erste Hessenmeisterschaft in Bad Nauheim durchgeführt. Als Reitlehrer folgte im Jahr 1963 Karl Kapp, da Jürgen Naeve wieder nach Schleswig-Holstein gegangen war. Ebenfalls im Jahr 1963 wurde mit dem Staatsbad ein Pachtvertrag für das Gelände „In der Au“ abgeschlossen, wo dann im Jahr 1964 die darauf errichtete Reithalle eingeweiht wurde. 1967 musste das Hofgut dem aufstrebenden Kurbetrieb Bad Nauheims weichen, da die BfA auf dem Gelände eine Kurklinik bauen wollte (heute Klinik Wetterau).Der Verein erstellte daraufhin neben der bereits bestehenden Reithalle ein Stallgebäude. Im Jahr 1968 wurde auf dem Gelände des heutigen Autohauses Brückbauer, „Auf der Gickelsburg“ ein weiteres Stallgebäude für sechs Pferde errichtet. Die „Gickelsburg“ bestand bis 1991. Im Jahr 1972 übernahm Edwin Fuhrmann den Vorsitz des Vereins. Seine Verbundenheit mit dem Verein wurde durch eine lebenslange Mitgliedschaft dokumentiert. Die Gründungsmitglieder Elisabeth Rahn und Magda Bausch lassen sich trotz ihres beträchtlichen Alters noch heute bei Veranstaltungen des Vereins sehen.
Nach wechselnden Vorständen übernahm im Jahr 1984 Klaus Nahrgang den Vorsitz, den er bis 2002 innehatte. Unter seiner Ägide wurde das große Turnier im September eingeführt, das sich im Laufe der Jahre zum größten Turnier des Wetteraukreises entwickelt hat und bis heute wesentlich zum Ruf Bad Nauheims als Stadt des Sports beiträgt. Sportliche Aushängeschilder in den achtziger und neunziger Jahren waren Johannes Rietdorf, der mit seinem Ausnahmehengst Milano zahlreiche Erfolge in Springprüfungen der schweren Klasse erringen konnte sowie Petra und Simone Stanzel, die in der Dressur ebenfalls sehr erfolgreich in der mittleren und schweren Klasse ritten. Heute reiten in der Klasse S für den Reiterkreis Benjamin Deubel, Peter Kaus und Susanne Wippert.
Als im Jahr 1993 der Pachtvertrag mit dem Staatsbad für das Gelände „In der Au“ abgelaufen war, erreichte der Vorstand durch großen Einsatz und unterstützt von zahlreichen Mitgliedern, dass das Gelände dem Reiterkreis erhalten blieb. Nachdem im Jahr 2006 die Kommunalisierung der Staatsbad-Liegenschaften erfolgte, konnte der damalige Vorsitzende Sven Kunz zusammen mit Vize Knud Stenzel und Kassenwart Rainer Storck bei der Stadt zum einen weiteres Gelände erwerben und zum anderen einen neuen Pachtvertrag, abschließen. 14 Jahre nach Ende des ersten Pachtverhältnisses hatte die Rechtsunsicherheit endlich ein Ende. Vereinsvorsitzende ist seit Anfang 2008 Karin Bischoff.
In der Satzung festgeschrieben ist als Zweck des Vereins u.a. die Förderung der Jugend. Die solide reiterliche Ausbildung, beginnend an der Longe, ist ein großes Anliegen des Vereins.
Qualifizierte Reitlehrer erteilen Dressur- und Springunterricht für Jugendliche und Erwachsene. Ebenso wird ins Gelände geritten. Die Teilnahme an Turnieren wird den Reiterinnen und Reitern ebenfalls ermöglicht Für den Unterricht unterhält der Verein acht Schulpferde, die regelmäßig beritten werden. Seit Bestehen des Winter-Jugendreiter-Wettbewerbs im Jahr 1992 haben die Jugendlichen des Reiterkreises in der Mannschaftswertung vordere Plätze belegt. Jugendliche und erwachsene Mitglieder reiten seit Jahren erfolgreich auf Turnieren und Kreismeisterschaften.
Für die Jüngsten beginnt der Einstieg in den Pferdesport mit dem Voltigieren.
Seit 1992 ist der Verein Mitglied im Kuratorium für Therapeutisches Reiten. Im sportlich-sozialen Bereich arbeitet der Reiterkreis erfolgreich mit der Johannes-Vatter-Schule für Hörgeschädigte zusammen. Schüler unterschiedlicher Altersstufen kommen regelmäßig zum Voltigieren.
Zur Zeit hat der Verein 233 Mitglieder, 86 davon sind aktive Jugendliche und 75 aktive Erwachsene. Passiv sind 71 Mitglieder Die Tendenz ist steigend, da es besonders viele jugendliche Reitanfänger gibt, die auf einen Platz für den Longenunterricht warten.